Autor Thema: Pz.Kpfw.VI H Ausf.H2  (Gelesen 1187 mal)

Steffen

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Pz.Kpfw.VI H Ausf.H2
« am: 10. Juli 2011, 22:19:19 »
Worum geht es hier ? Pz.Kpfw.VI H Ausf.H2 wird den Wenigsten etwas sagen, daher kurz zur Erläuterung :
Den Sd.Kfz.181 "Tiger I" kennt jeder. In dessen Entwicklungsstadium hieß der "Tiger I" noch VK 45.01 (H). Und in eben jenem Stadium war Oberst Fichtner (Chef von WaPrüf 6) nicht mit dem von Krupp entworfenen Turm für den VK 45.01 zufrieden (jener Turm, der dann doch auf dem bekannten "Tiger" saß). Also ging von WaPrüf 6 ein Auftrag an Rheinmetall einen alternativen Turm zu entwerfen, die Kanone sollte dabei 140mm Panzerung auf 1.000m durchdringen können. Im Gegensatz zum Krupp Turm, war hier aber nicht das Kaliber 8,8cm vorgegeben. Zwischenzeitlich wurde die Anforderung angehoben, jetzt sollten 100mm Panzerstahl bei einer Neigung von 30° auf 1.400m durchdrungen werden. Rheinmetall hatte ursprünglich das Kaliber 7,5cm bei einer Kaliberlänge von L/60 gewählt, auf die neue Forderung wurde mit einer Kaliberlänge von nun L/70 reagiert. Im Ergebnis lieferte Rheinmetall schließlich unter der Bezeichnung Vk 45.01 (Rh) einen Turm mit einer 7,5cm KwK L/70, welcher die Zustimmung des WaPrüf 6 fand. So wurde der Entschluß gefasst, nur die ersten 100 Fahrzeuge mit dem Krupp Turm und der 8,8cm KwK L/56 auszustatten und ab dem 101. Fahrgestell den Rheinmetal Turm mit 7,5cm kwK L/70 zu verbauen. Um Verwechslungen zu vermeiden, hieß die Variante mit Krupp Turm Ausf.H1 und die Variante mit Rheinmetall Turm Ausf.H2.
Nun geschah aber Folgendes, mittlerweile war auch die 8,8cm KwK L/56 soweit entwickelt, um den neuen Forderungen zu entsprechen. Und da dies bereits ein eingeführtes Kaliber war, änderte die Waagschale zugunsten des Krupp Turmes. Der Rheinmetall Turm ging also nie in Serie. Bekannt und fotografisch belegt ist lediglich ein 1:1 Holzmodell, da sei beispielsweise auf die Publikation Panzer Tracts No.20-1 'Paper Panzers' verwiesen.



Was ich bauen möchte, ist eine Darstellung eines möglichen Prototypen bzw. 0-Serie des Pz.Kpfw.VI H Ausf.H2.
Als Basis dient mir der Tamiya Bausatz Nr.35216 "Tiger I Frühe Produktion", welcher etwas modifiziert wird, um den ersten 20 tatsächlich gebauten Serien-Wannen zu entsprechen. Diese 20 Fahrzeuge (natürlich mit Krupp Turm) wurden der sPzAbt.502 zugeteilt und sind relativ gut fotografisch dokumentiert. An Bildmaterial zur Wanne mangelt es also nicht.
Der deutsche Kleinserien-Hersteller MR-Model bietet unter der Nr. MR-86 den Rheinmetall-Turm in Resin an. Diesen Turm hatt ich mir schon vor längerer Zeit direkt beim Hersteller gekauft. Positiv fallen erst mal ein gedrehtes Alu-Rohr und ein Lukendeckel der Kommandanten-Kuppel in sauberem Zinnguß auf. Kommandanten-Kuppel und Rohrblende haben massive Angüsse sind aber perfekt gegossen. Und das war es dann schon mit dem Licht, jetzt kommt der Schatten. Auf dem Turmdach sind doppelt glockenförmige Lüfter angegossen - die lassen sich weder auf dem Originalbild vom Holzturm, noch auf gängigen Plänen finden. Das kann man noch weg schnitzen und durch normaler Lüfter ersetzen. Was mich aber wirklich stört, das sind die aberhunderte Luftblasen, die teilweise an wirklich saudämlichen Stellen sitzen. Alles zu seiner Zeit ... fangen wir mal mit der Wanne an :

Ich habe noch den Tamiya Nr.35194 "Tiger I mid production" Bausatz (gelbes Plastik) in meinem Bestand. Dieser Bausatz ist zwar in einigen Punkten etwas anders als mein Basis-Bausatz (graues Plastik), aber er eignet sich gut zum Veranschaulichen der Änderungen an meinem Basis-Bausatz. Auf den Bildern schaut alles noch ziemlich grob aus, aber ich bin ja auch noch in der Rohbau-Phase.  :mrgreen:


Die ersten 20 Serien-Wannen hatten ebenso wie der Prototyp anders gestaltete vordere Verlängerungen der Unterwannen-Seiten. Denn beim Prototypen war noch vorgesehen eine an Scharnieren nach vorn abklappbare zusätzliche Panzerplatte anzubringen. Das mußte am Modell nachgebildet werden. Also wurden wurden die Bohrungen für die Schäkel zunächst mit heiß gezogenem Gußast verschlossen und Plastik-Sheet angeklebt. Die Innenseiten müssen wie gezeigt verdickt werden, hier mit 0,5mm Plastik Sheet geschehen. Anschließend wurde vorn Material abgesägt und dann auch schon mal die Gegenverschraubungen der Seitenvorgelege angeklebt.
Es muß noch ordentlich versäubert und neue, anders positionierte Bohrungen für die Schäkel gebohrt werden.


Bei den beiden hinteren Schäkel-Aufnahmen wurden die nach unten weisenden "Nippel" entfernt, die gab es erst ab Februar 1944 am "Tiger I". Zudem sieht man hier auch die verschlossenen Positionierungshilfen für die Seitenbleche und das Kettenaufziehseil.


An der Heckplatte wurden sämtliche Positionierungshilfen für Werkzeuge, Luftfilter usw. verschlossen. Bei den ersten 20 Wannen war hier noch nichts ab Werk vorgesehen, die wenigen Originalaufnahmen in Heckansichten zeigen allesamt jeweils verschiedene Werkzeuge in verschiedenen Positionen. Lediglich der Sockel für eine Sternantenne an der Heckplatte ist allen 20 Wannen gemeinsam.
Die Halterahmen für die hinteren Kotflügel bleiben, sie sind auch an den Originalen zu sehen. Die Kotflügel selbst werden nicht dran kommen. Das angegossene röhrenförmige Kolonnenfahrgerät wird noch durch ein frühes rechteckiges ersetzt.


Die Abstandshalter links und rechts an der Wartungsluke des Motorraums wurden entfernt, die wurden erst im Mai 1943 eingeführt. Das Lager für den Haken zum Offenhalten der Motorwartungsluke sitzt an der grauen Luke (Bausatz Nr.35216) schon richtig, Ab März 1943 wurden Lager mitsamt Haken etwas nach rechts versetzt - so wie an der gelben Motorwartungsluke (Bausatz Nr.35194) zu sehen.


An der Platte über dem Lenkgetriebe wurden die vorderen Kotflügel entfernt. Die sehr frühen Fahrzeuge hatten hier einfach nur gebogene Riffelblechplatten. Beim Bausatz Nr.35216 ist diee Platte im Gegensatz zum Bausatz Nr. 35194 ein separates Teil, was die Schnitzarbeiten erleichterte.
Auf dem Wannendach wurden schon einmal die Sockel der Bosch Scheinwerfer angebracht und verkabelt. Zudem wurden auch hier sämtliche Positionierungshilfen für Werkzeuge mit heißgezogenem Gußast verschlossen.


Die Frontplatte der Oberwanne stammt von Tiger Model Design mit der Art.Nr.352115 (TMD nennt sich seit ein paar Monaten Tigermodels) und ist passgenau für die Tamiya Tiger I Bausätze abgestimmt - einfach nur das Zubehör gegen das Bausatzteil austauschen. Dieses herrliche Zubehör besitzt den Vorteil eines beweglichen Sichtblockes für den Fahrer.  Der Sichtblock selbst fehlt hier noch das klare Resinteil für das Panzerglas ist bereits eingesetzt.
Hätte Gott gewollt das ich Grünzeug fresse, wäre ich ein Kaninchen !

Holger36

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Re: Pz.Kpfw.VI H Ausf.H2
« Antwort #1 am: 10. Juli 2011, 23:31:37 »
Hallo Steffen,

da haste dir einen schönen Exoten ausgesucht, den man so als Modell noch nicht allzzu oft gesehen hat.
Bin gespannt wie's weiter geht.

LG
Holger
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Nelson1805

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Re: Pz.Kpfw.VI H Ausf.H2
« Antwort #2 am: 11. Juli 2011, 00:16:46 »
ich meld mich auch mal als Mitleser an :)
Gruß,
Manuel

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Re: Pz.Kpfw.VI H Ausf.H2
« Antwort #3 am: 11. Juli 2011, 01:13:15 »
Hi,

ich werd auch mit lesen, scheint ja ein sehr interessanter Tiger zu werden.  8)

Gruß

Uwe
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Florix

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Re: Pz.Kpfw.VI H Ausf.H2
« Antwort #4 am: 11. Juli 2011, 12:51:50 »
Sehr interessantes Projekt, ich mit meiner schwäche für außergewöhnliche Panzer bleibe natürlich gespannt dabei.

Aber ich hab mal eine Frage an dich, du hast bisher so viele Bauberichte veröffentlicht die deine tollen Baukünste und dein vieles Fachwissen zeigen, aber ich habe noch nie ein fertiges Modell von dir gesehen?  :o


LG

Flo
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Axel

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Re: Pz.Kpfw.VI H Ausf.H2
« Antwort #5 am: 19. Juli 2011, 02:13:15 »
Hallo Steffen
Jau das schaut ja schon recht vielversprechend aus
bin mal gespannt wie es weiter geht.

gruß Axel

Steffen

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Re: Pz.Kpfw.VI H Ausf.H2
« Antwort #6 am: 19. Juli 2011, 11:47:55 »
Flo, es gibt tatsächlich auch fertige Modelle von mir. Die wurden aber vor meiner Internetforen-Aktivität gebaut und wurden zum Teil auch beim Umzug vor 4 Jahren aus Platzgründen verkauft.
Vor dem Lackieren drücke ich mich gern, da es mir keinen Spaß macht und ich es eigentlich nur als lästige "Pflichtübung" ansehe. Ich baue halt viel zu gern, als das ich lackiere. Und so stehen mittlerweile eben ein paar lackierfertig gebaute Modelle im Regal.  ::)

So, nun zum Tiger H2. Ich hatte schon vor drei Tagen Bilder vom weiteren Bauzustand gemacht. Die Bilder des Baustandes von vor drei Tagen gibt es gleich - Bilder vom aktuellsten Bauszustand zeige ich heute Abend (sofern nichst dazwischen kommt).

Die Schnitz- und Spachtel-Orgie ist vorüber und ich hab auch erst mal genug von Schleifpapier und Feile.
Beim Tamiya Grundbausatz beschränkte es sich eigentlich nur auf das Verschließen von Positionierungslöchern für allerlei Bordausstattung, welche bei mir aber nicht dran kommt. Aber beim Turm ... dazu später mehr.
Die groben Arbeiten sind also im Wesentlichen abgeschlossen und es wurde schon begonnen die ersten Anbauteile anzubringen.


Am Bug kam hier und da noch ein wenig Spachtel zum Einsatz. Beim Grundbausatz passt alles perfekt. Aber durch meine Umbaumaßnahmen und die andere Frontplatte war halt etwas Spachtel nötig. Der gepanzerte Sichtblock des Fahrers ist dran, nur der bewegliche Teil davon fehlt noch. Der Lüfter zwischen Fahrer und Funker erhielt seinen gepanzerten Deckel. Und von RB Model wurden Schäkel aus Messing angebracht. Die preiswerten Schäkel von RB Model sind erstklassige Teile, mit Bolzen und echtem Schraubgewinde wie beim Original.


Die Heckplatte ist fertig modifiziert. Neben dem Verschließen zahlreicher Positionierungslöcher wurde das röhrenförmige Kolonnenfahrgerät entfernt und die fehlenden Bohrungen im Schleppmaul für dessen ebenfalls fehlenden Bolzen wurden ergänzt.
Auf dem Motordeck kamen geätzte Lüftergitter von Eduard hinzu (die nicht ganz optimal passen, obwohl speziell für diesen Bausatz). In der Krambox fand sich noch ein etwas feiner detaillierter Feuerlöscher (der seinerseits noch nachdetailliert wurde). Die Abdeckung über der Ansaugöffnung für die Verbrennungsluft des Motors stammt von Dragon. Sie fand sich ebenfalls in der Krambox und ersparte mir die Arbeit, das entsprechende Tamiya Teil mit den 6 kleinen Anstandshaltern zu modifizieren. Denn beim Basis-Bausatz ist die Feifel-Luftfilteranlage angebracht und die Abdeckung ist vorn links auf dem Wannendach verstaut.
In den Turmdrehkranz wurde von unten die Positionierungshilfe der Resin-Conversion für den anderen Turm angeklebt.


Der Turm ... ja, der Turm. Definitiv nichts für Anfänger oder Ungeduldige. Der Turmkörper ist hohl und besteht aus Oberteil und Bodenplatte, beide mit massiven Angüssen. Sind die anderen Teile der Conversion sehr sauber gegossen, so ist das Turm-Oberteil nur so übersäht mit feinen Blasen. Zudem war an den Unterkanten der hinteren Turmseiten nicht sauber ausgegossen, so das hier mit Spachtel aufgefüttert werden mußte.
Auf dem Turmdach war ein doppelt glockenförmiger Lüfter angegossen, den konnte ich weder am 1:1 Holzmodell des Originales noch an den bekannten Plänen entdecken. Also wurde der weg geschnitten und an dieser Stelle gespachtelt und geschliffen.


Am Turmheck sollte die Kugelblende des rückwärtigen MG34 versenkt angebaut werden. Hier waren aber so viele Blasen, dass ich die Versenkung kurzerhand verspachtelt habe und eine Kugelblende aus der Krambox aufkleben werde. Auch die linke Seite der Fluchtluke bestand nur aus Blasen, also wegschneiden und aus Spachtel nachbilden. Das hieß vorsichtig Schleifen mit viel Fingerspitzengefühl und Augenmaß. Über der Fluchtluke an der rechten Turmseite und über der Kommunikations-Luke an der linken Turmseite war jeweils noch ein Regenschutz angegossen. An den (später gebauten) sehr frühen Sd.Kfz.171 "Panther" Ausf.D waren noch keine Regenschutzprofile angebracht. Daher habe ich sie hier am Turm weg geschnitten.


An der Unterseite der Turmfront war die Aussparung nur angedeutet. Damit der Turm aber auch sauber über das Heck mit den erhöhten Lüftern drehen kann. mußte hier noch ganz gut Material weg genommen werden. Zudem kommen vorn vor dem Turm noch Spaten und Axt auf das Wannendach. Hätte ich den Turm an dieser Stelle nicht überarbeitet, so hätte man den Turm keinen Millimeter zur Seite drehen können. Es hat eben schon seinen Grund, warum auch der dann tatsächlich in Serie gegangene Krupp Turm vorn so eine Aussparung an der Unterkante hat.  :mrgreen:


Soweit ist es dann schon mal fortgeschritten und man kann langsam erkennen, wohin die Reise geht.


... der Blick von hinten auf das Gesamtbild.
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Holger36

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Re: Pz.Kpfw.VI H Ausf.H2
« Antwort #7 am: 19. Juli 2011, 12:49:01 »
Hi Steffen !

Da haste ja ganz schön was zu spachteln und zu schleifen gehabt, leider ist bei MR-Umbausätzen
die Gussqualität nicht immer optimal :(. Ich hatte ja auch einige andere Sätze von denen, wo genau das
gleiche Problem bestand.
Aber das was du bis jetzt gemacht hast sieht sehr vielversprechend aus. Weiter so, bin gespannt wie's
weitergeht.  :)


 LG
Holger
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Re: Pz.Kpfw.VI H Ausf.H2
« Antwort #8 am: 19. Juli 2011, 23:04:57 »
Klasse Arbeit am Pzkpfw. VI H. Erinnert mich immer wieder an das Vehikel was man bei World of Tanks fahren kann, dürfte genau der Panzer sein :)
Gruß,
Manuel

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Steffen

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Re: Pz.Kpfw.VI H Ausf.H2
« Antwort #9 am: 21. Juli 2011, 00:01:59 »
Hallo ihr Beiden.

Ja MR Model ist nichts für Anfänger und man sollte Geduld und etwas Erfahrung mit Resin mitbringen. Aber dafür ist MR Model im Vergleich mit anderen Resin-Zubehör-Anbietern nicht so teuer. Und MR hat viele interessante Umbauten im Sortiment. In dem Zusammenhang  will ich also MR Model nicht verteufeln, es ist halt nur nix für Anfänger oder Ungeduldige.  ;D

Manuel, das Spiel "World of Tanks" kenne ich nicht. In welche Richtung geht das, Strategie oder Ballerspiel in der Ich-Perspektive ?

Na dann fesseln wir mal die Neugier mit ein paar neuen Bilder vom weiteren Bau des Tiger H2.
Zum Einstimmen zwei Seitenansichten, dann geht es ans Eingemachte.






Das Heck hat sich ein paar Farb-Spielereien gefallen lassen müssen. Ich hab einfach nur zwei Gunze Farbtöne testen wollen und sie dabei grob mit dem Pinsel aufgetragen.
Zum Baulichen ; das Kolonnenfahrgerät links stammt aus dem Tamiya Panzer IV on-vehicle equipment Set (Art.Nr.35185) und wurde etwas modifiziert, indem der Halter unten abgeschnitten und oben angeklebt wurde. So passt es für den frühen Tiger I. Die ovale Platte für die Anlasserkurbel sollte laut Tamiya stumpf an die Heckplatte geklebt werden. Richtig gehören da aber am Original zwei kurze Rohrstücken als Halter zwischen Platte und Heckplatte. Diese kurzen Rohrstücken entstanden aus jeweils 1mm heißgezogenem Gußast.
Die Auspuffe wurden in die frühe Variante ohne die runde Zerstäuberplatten über der Auspufföffnung modifiziert. Die 5 Positionierungs-Öffnungen oben an den Auspuffen für die Abstandshalter der Zerstäuberplatten wurden einfach ausgebohrt und Resin-Schrauben von MasterClub eingeklebt. Anschließend kamen noch die Flapper auf die Auspufföffnungen und fertig waren die frühen Auspuffe. Die Scharniere der Flapper wurden dabei absichtlich als Variante schräg gestellt.
Die späten Schäkel wurden durch frühe ersetzt, die fanden sich noch in der Krambox und passen auch zeitlich.


Der Turm wurde mit Anbauteilen versehen - darauf wird zwei Bilder weiter eingegangen. Hier soll der Turm eigentlich nur als Ganzes gezeigt und der Blick auf die verzahnten Stoßnähte zwischen Turmseiten und Turmheck gelenkt werden. Diese Stoßnähte waren nicht vorhanden und wurden selbst graviert - solche Kleinigkeiten lassen ein Modell plastischer und nicht wie ein Spielzeug wirken.


Der Turm von der anderen Seite.


Das Originalfoto des 1:1 Holzmodelles zeigt eine Kommandanten-Kuppel, wie sie später auch am Sd.Kfz.171 "Panther" Ausf.D verwendet wurde - die liegt der Conversion zwar auch bei, aber sie gefiehl mir nicht. Vom Dragon Panther D hatte ich noch eine schöne Kuppel in der Krambox, also wurde sie auch verbaut. Interessanterweise zeigt das originale 1:1 Holzmodell des Tiger H2 eine MG-Ringlafette mit Fla-MG, ein Feature welches beim Panther Ausf.D erst im letzten Produktions-Monat an die frühe Kuppel gebaut wurde. Die Optik hat etwas für sich, also habe ich den MG-Ring (liegt im Dragon Panther D Bausatz sogar bei, wird aber in der Bauanleitung mit keiner Silbe erwähnt) auch angebaut. Diesem Dragon Panther D Bausatz liegt natürlich auch das Fliegerbeschuß-Gerät mitsamt dem Fla-MG bei (wird ebenfalls nicht im Dragon Bauplan erwähnt) ... und jetzt kommt das große ABER : das Fliegerbeschußgerät passt nicht an die frühe Kuppel mit dem MG-Ring. Also wurden Bilder gewälzt - da gab es offenbar mindestens zwei Varianten. Die von Dragon passt an den MG-Ring der späten Panther Kuppel, sowie an die späte von Tiger I und Tiger II.
Bei der frühen Panther Kuppel ist nur wenig Platz zwischen Kuppel und MG-Ring ... ebenso wie auch am Panzer IV. Das Fliegerbeschußgerät vom Panzer IV passt wunderbar an die Kuppel vom Panther.  Beim oben schon erwähnten Tamiya Panzer IV on-vehicle equipment Set (Art.Nr.35185) lagen die passenden Teile bei, kamen also auch zum Einsatz und wurden lediglich etwas feiner detailliert.


Die Rohrblende der Conversion - gefiehl mir auch nicht und passt auch nicht zu dem 1:1 Holzmodell. Hier half wieder die Krambox mit einer Rohrblende vom Panther Ausf.D. Der Regenschutz über den zwei Bohrungen für die binokulare T.Z.F.12 Zieloptik wurde entfernt, an einem so frühen Fahrzeug hat die nichts zu suchen und wurde auch beim Panther D erst in dessen letzten beiden Produktionsmonaten eingeführt. Mit leichten Anpassungen sitzt die Dragon Rohrblende optimal am Resin-Turm.


Das Alu-Rohr mit der Resin-Mündungsbremse liegt der Conversion bei. Die Mündungsbremse hatte genau an der Mündung ihren massiven Anguß. Hier mußte man vorsichtig zu Werke gehen, den Anguß entfernen, die Kugelform vorn herausarbeiten, und die Mündungsbohrung vorn selbst bohren. Auch das Innere der "Kugel" mußte nachbearbeitet werden. So wirklich glücklich bin ich mit dem Teil nicht und überlege das Rohr mitsamt Mündungsbremse gegen Etwas aus dem Hause RB Model zu ersetzen (Rohr vom Panther, kombiniert mit Mündungsbremse vom Pz.IV Ausf.F2). Daher ist das Alu-Rohr bislang nur ohne Kleber in die Rohrblende gesteckt.


Zum Ausklang für heute noch zwei Perspektiven, hier von schräg vorn ...


... und von schräg hinten.
« Letzte Änderung: 21. Juli 2011, 00:10:50 von Steffen »
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Holger36

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Re: Pz.Kpfw.VI H Ausf.H2
« Antwort #10 am: 21. Juli 2011, 01:29:01 »
Hi Steffen ,

ein sehr intressanter und aufschlußreicher Bericht von dir, ganz nach meinen
Geschmack. ;) Bitte mehr davon.

 LG
Holger
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Ichbins-san

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Re: Pz.Kpfw.VI H Ausf.H2
« Antwort #11 am: 21. Juli 2011, 01:59:06 »
Beeindruckend.

Olli
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Nelson1805

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Re: Pz.Kpfw.VI H Ausf.H2
« Antwort #12 am: 21. Juli 2011, 15:50:58 »
Ich muss unbedingt noch die Smilies mit dem "Respekt"-Schild einbauen. Den benötige ich jetzt unbedingt.

World of Tanks ist ne Art Taktik-Shooter, mit Panzern. Du fährst sämtliche Vehikel vom Leichttraktor bis zum E-100, Jagdpanzer, Artillerie, Schwere Panzer, in Teams von 15 Leuten, auf doch sehr gut detaillierten Maps.
Die USA und die UdSSR ist auch schon mit ihren Panzern vertreten.
Ist an sich nen ganz geiles Spiel. Das ganze eher mit strategischem Touch hab ich jetzt auch gefunden, nennt sich "Men of War" und ist neben Panzern auch mit Artillerie, Infanterie und Lufteinsätzen. Beides sehr gute Spiele. Aber genug OffTopic.

Gruß,
Manuel

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Re: Pz.Kpfw.VI H Ausf.H2
« Antwort #13 am: 22. Juli 2011, 00:05:31 »
So Freunde, damit euch nicht der Lesestoff ausgeht, gibt es auch heute wieder einen kleinen Fortschritt am Modell. Genau gesagt gibt es im Wesentlichen Fortschritte am Turm, um nicht zu sagen : der Turm ist schon mal fertig gebaut.


Der Turm von der linken Seite.


Der Turm von der rechten Seite.


An das Turmheck kam eine Kugelblende vom Italeri Tiger I mit modifizierter Resin-"Kugel" des Umbausatzes und einem MG34 aus einem alten Dragon Panther Bausatz - bis auf das Resinteil alles Teile aus der Krambox. Die Italeri Kugelblende ist doch eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Resinteil des Umbausatzes.


Auf das Turmdach kamen noch drei Hebeösen von einem alten Dragon Panther Bausatz und ein Lüfter vom Tamiya Tiger I. Der Panzerkragen des Lüfters wurde mittels Reißnadel und Lochschablone aus 0,6mm Plastik Sheet geschnitten.


Wozu sind wohl diese beiden Teile gut ? Es sind identische Teile, je einmal von oben und von unten fotografiert.


Diese Teile liegen den Tamiya Tiger I Bausätzen bei und dienen zum perfekten Ausrichten der Schwingarme. Man klebt die Schwingarme an, schiebt die Teile auf die Achsstummel und nimmt sie nach aushärten des Klebers wieder ab. Aus irgendeinem makabren Grund erwähnt Tamiya diese Teile aber überhaupt nicht im Bauplan. Das ist schon seltsam, da hat man schon solche Bauhilfen im Bausatz dabei und dann geht man nicht mal darauf ein. Wie auch immer. Wer mal einen Tamiya Tiger I Bausatz baut, sollte diese Teile aufheben - sie passen nämlich auch bei Italeri und Dragon Tiger I.
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RetvizanHB

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Re: Pz.Kpfw.VI H Ausf.H2
« Antwort #14 am: 22. Juli 2011, 00:21:25 »
Hi Steffen,

ganz tolle Arbeit von dir. Find das ja richtig toll wenn Leute sowas können. Ich habe leider für sowas weder die dazu nötige Ruhe noch Lust.  :D. Aber ich lese sowas natürlich gerne, man lernt ja nie aus.

Zu den Teilen von Tamiya, die hab ich auch. Sie waren bei meinem JS 3 Panzer dabei. Und da wurde in der Bauanleitung auch drauf eingegangen wozu diese Teile dienen. Ich finde sie sehr praktisch und nützlich. Ist natürlich doof das Tamiya jetzt nicht mehr drauf eingeht wozu diese Teile da sind. In den älteren Bausätzen ist das noch der Fall gewesen.

Gruß

Uwe
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